DER MUSEUMSBEGRIFF IM HISTORISCHEN PROZESS 2
Das späte 20. Jahrhundert und das 21. Jahrhundert waren eine Zeit, in der Museen ihre Bildungs- und Forschungsfunktionen noch weiter ausgebaut haben. Unter dem Einfluss der Digitalisierung sind Museen nicht mehr nur physische Orte, sondern erreichen über Online-Plattformen Millionen von Besuchern. Heute machen Rieselmuseen wie der Louvre oder das British Museum ihre Kunstsammlungen auch digital zugänglich und bieten den Menschen die Möglichkeit, Kunstwerke sogar von verschiedenen Kontinenten aus zu entdecken. Während dieser Wandel es den Museen ermöglicht, ein breiteres Publikum zu erreichen, hat er auch die Bildungsfunktionen dieser Institutionen gestärkt. Allerdings sind mit dem Konzept der virtuellen Museologie auch Fragen aufgetaucht, ob ein Museum ein Ort ist und ob ein physisches Gebäude überhaupt notwendig ist. Diese Fragen sorgen auch heute noch für lange Diskussionen. Meines Erachtens steht es zwar außer Frage, dass Museologie und Digitalisierung in unserer Zeit zusammenkommen müssen, ebenso unumstößlich sollte jedoch sein, dass der Museumsbegriff nicht unabhängig von einem physischen Ort gedacht werden darf.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Museumsbegriff im Laufe der Geschichte ständig weiterentwickelt hat und durch die Erfordernisse der Zeit sowie die spezifischen Bedürfnisse verschiedener Gesellschaften geprägt wurde. Ursprünglich Räume, die Künstlern und Wissenschaftlern vorbehalten waren, wurden Museen im Laufe der Zeit zu Institutionen, die der Gesellschaft im Dienste der Volksbildung und der kulturellen Entwicklung stehen. Heute spielen Museen eine wichtige Rolle als Träger des kollektiven Gedächtnisses und dessen Weitergabe an zukünftige Generationen. Mit der sich entwickelnden Technologie bringt diese Rolle das Bestreben mit sich, nicht nur ein physischer Ort zu sein, sondern auch in der digitalen Welt wirksam fortzubestehen; wohin sich die Digitalisierung in diesem Bereich entwickeln wird, bleibt jedoch weiterhin ungewiss. Es zeigt sich, dass technologische Entwicklungen wie in allen Bereichen auch in der Museologie zu revolutionären Veränderungen geführt haben und dies auch weiterhin tun werden.





