Erzähltechniken in Museen
Räume und ihre Inhalte sind lebendige Organismen, die ständig mit uns kommunizieren und sich im Laufe der Zeit verändern. Museen bilden hierbei keine Ausnahme. Daher muss ein Museum in allen Phasen – von der Konzeption bis hin zum laufenden Betrieb – unter Berücksichtigung von Kommunikationsstrategien und im Bewusstsein, dass jede Maßnahme eine Botschaft vermittelt, durchdacht und geführt werden.
Jedes Museum ist im Grunde ein Ort, der dem Besucher verschiedene Botschaften vermittelt oder sozusagen Geschichten erzählt. Dies gilt sowohl für historische Museen als auch für Kunstmuseen. Durch verschiedene Vermittlungstechniken werden den Besuchern in Museen unterschiedlichste Botschaften übermittelt. Ein bewegliches Kulturgut vermittelt dem Besucher ebenso seine Botschaft wie ein Reinszenierungsbereich.
In der klassischen Museologie steht die Sammlungsausstellung im Mittelpunkt. Bedenkt man, dass die Ursprünge des Museumswesens und der Museen im Sammeln liegen, ist dies keineswegs überraschend. Bis in die 2010er Jahre basierte auch das türkische Museumswesen hauptsächlich auf Sammlungsausstellungen. Nach diesem Verständnis präsentiert ein Museum zumindest einen Teil der beweglichen Kulturgüter seines Bestands auf sehr traditionelle Weise in Vitrinen; an geeigneten Stellen der Vitrinen wurden Informationstexte darüber angebracht, um was es sich bei den Ausstellungsstücken handelt. In jedem Bereich des Museums informierten zudem eine oder mehrere Informationstafeln darüber, welcher Zivilisation, welcher antiken Stadt oder welcher Kultur dieser Bereich gewidmet war.
Insbesondere ab der zweiten Hälfte der 2000er Jahre und verstärkt ab den 2010er Jahren sehen wir mit der Verbreitung von Stadtmuseen, dass sich Vermittlungstechniken und Stilformen zu verändern begannen und vielfältiger wurden. Neue Ansätze wie Reinszenierungsbereiche mit Silikonfiguren, Anwendungen, die darauf abzielen, das Besuchererlebnis durch digitale Methoden auf ein höheres Niveau zu heben, oder sogar Techniken, die in bestimmten Bereichen den Geruchssinn ansprechen – die zuvor entweder gar nicht oder nur sehr selten angewendet wurden –, wurden ab diesen Zeiträumen immer häufiger.
Heute hat das, was wir als Museum bezeichnen, eine Gestalt angenommen, die nicht nur durch die Sammlungsausstellung, sondern auch durch Ausstellungstechniken an Bedeutung gewinnt und verschiedenste Erzählformen in sich vereint. Sowohl künstlerische Elemente als auch digitale Methoden und Erzähltechniken abseits der reinen Sammlung sind in Museen mittlerweile in den Vordergrund gerückt. Museen insbesondere für neue Generationen zu attraktiven Orten zu machen und sie aus starren Strukturen zu lösen, wird erst durch den Einsatz solcher unterschiedlichen Vermittlungstechniken möglich.





